# Verarbeitungsverzeichnis

### 📖 Definition

Das **Verarbeitungsverzeichnis** ist die **strukturierte Kartierung aller Verarbeitungen personenbezogener Daten** innerhalb Ihrer Organisation.\
Es stellt den **Ausgangspunkt jeder Kontrolle** durch eine Datenschutzaufsichtsbehörde (z. B.: CNIL) und ein **zentrales Instrument der Compliance-Governance** dar.

> 🔗 Das Verarbeitungsverzeichnis ist in [Artikel 30 der DSGVO](https://www.cnil.fr/fr/reglement-europeen-protection-donnees/chapitre4#Article30) vorgesehen.\
> Es konkretisiert das Prinzip der **Accountability**, also der nachweisbaren Verantwortlichkeit.

Es ermöglicht die genaue Identifizierung von:

* Den beteiligten **Stakeholdern** (Verantwortlicher, Auftragsverarbeiter, gemeinsam Verantwortliche, Vertreter)
* Den **Kategorien der erhobenen Daten**
* Den **Verarbeitungszwecken**
* Den **Empfängern und Datenübermittlungen**
* Den **Speicherdauern**
* Den umgesetzten **Sicherheitsmaßnahmen**

Wie Sie in den "Run"-Modus bei der Verwaltung der Verarbeitungsverzeichnisse wechseln

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### 🎯 Warum ein Verarbeitungsverzeichnis führen?

Das Verarbeitungsverzeichnis ist **verpflichtend** (Artikel 30 der DSGVO).\
Aber über die regulatorische Pflicht hinaus wird es zu einem **echten Steuerungsinstrument**, das Ihnen ermöglicht:

* Ihre Verarbeitungen zu dokumentieren, um **Ihre Compliance nachzuweisen**,
* Risiken zu identifizieren und zu **priorisieren**,
* Ihre **Speicherdauern zu optimieren**,
* Ihre **Verarbeitungen zu rationalisieren** und unnötige Daten zu löschen,
* Ihre **DSGVO-Audits** und **DSFA (Datenschutz-Folgenabschätzungen)** vorzubereiten.

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💡 Das Verarbeitungsverzeichnis ist keine Verwaltungsformalität: Es ist der **Schlüssel zu einer effizienten Governance** Ihrer Daten und internen Prozesse.
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### 👥 Wer ist betroffen?

Alle Organisationen, die personenbezogene Daten europäischer Einwohner verarbeiten, sind betroffen.\
Allerdings ist eine **Ausnahme** für Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten vorgesehen.

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KMU müssen dennoch in ihrem Verarbeitungsverzeichnis folgende Verarbeitungen eintragen:

* nicht gelegentliche (z. B.: Personalverwaltung, Gehaltsabrechnung, Kunden, Lieferanten),
* solche mit **Risiken für die betroffenen Personen** (Videoüberwachung, Geolokalisierung usw.),
* oder solche mit **sensiblen Daten** (Gesundheit, Straftaten, Meinungen).

➡️ In der Praxis sind **die meisten Unternehmen** betroffen.\
Die CNIL empfiehlt, **in jedem Fall** ein Verarbeitungsverzeichnis zu erstellen.
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### 🧱 Zwei zu unterscheidende Verzeichnisse

Je nach Ihrer Rolle müssen Sie führen:

1. ein **Verzeichnis des Verantwortlichen**,
2. ein **Verzeichnis des Auftragsverarbeiters**.

> Eine Organisation kann beide kumulieren: Beispielsweise ein SaaS-Unternehmen, das sowohl seine eigenen HR-Daten (Verantwortlicher) als auch die seiner Kunden (Auftragsverarbeiter) verwaltet.

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### 🧭 Das Verzeichnis des Verantwortlichen (in Dastra)

Für jede Verarbeitung muss das Verzeichnis mindestens enthalten:

1. Den **Namen und die Kontaktdaten** des Verantwortlichen oder gemeinsam Verantwortlichen
2. Die **Verarbeitungszwecke**
3. Die **Kategorien betroffener Personen** (Kunden, Interessenten, Beschäftigte usw.)
4. Die **Datenkategorien** (Identität, Finanzen, Standort usw.)
5. Die **Empfänger** (intern, Auftragsverarbeiter, Partner)
6. Die **Datenübermittlungen außerhalb des EWR**, mit den zugehörigen Garantien (Standardvertragsklauseln, BCR usw.)
7. Die **Löschfristen** oder Aufbewahrungskriterien
8. Eine **allgemeine Beschreibung der Sicherheitsmaßnahmen**

#### 👤 Die Stakeholder

* Verantwortlicher
* Datenschutzbeauftragter oder Compliance-Kontakt
* Eventueller Vertreter
* Gemeinsam Verantwortliche oder Partner

#### 🎯 Die Verarbeitungszwecke

Alle mit einer Tätigkeit verbundenen Zwecke (z. B.: Vertragsverwaltung, Bewerberverfolgung, Marketing usw.).

#### ⚖️ Die Rechtsgrundlagen

* Vertragserfüllung
* Gesetzliche Verpflichtung
* Berechtigte Interessen des Verantwortlichen
* Öffentliches Interesse
* Einwilligung
* Schutz lebenswichtiger Interessen

#### 🧩 Daten und betroffene Personen

* Typologie der Personen (Kunden, Beschäftigte, Besucher…)
* Kategorien der erhobenen Daten
* Speicherdauern oder geltende Regeln

#### 🌍 Empfänger und Datenübermittlungen außerhalb des EWR

* Betroffene interne Abteilungen
* Auftragsverarbeiter, Dienstleister oder externe Partner
* Gemeinsam Verantwortliche oder betroffene Personen
* Internationale Datenübermittlungen: Identifizierung der Länder und rechtlichen Instrumente (Standardvertragsklauseln, BCR, Angemessenheitsbeschluss…)

#### 🔐 Sicherheitsmaßnahmen

* Technische Maßnahmen (Verschlüsselung, Pseudonymisierung, Sicherung)
* Organisatorische Maßnahmen (Zugangsmanagement, Schulung, interne Richtlinien)

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### 🤝 Das Verzeichnis des Auftragsverarbeiters

Auftragsverarbeiter müssen ebenfalls ein kompakteres Verzeichnis führen, das auflistet:

* Die Kontaktdaten des Auftragsverarbeiters, des Datenschutzbeauftragten und des eventuellen Vertreters
* Die Kontaktdaten der **Verantwortlichen Kunden**
* Die **Kategorien der verarbeiteten Daten**
* Die **Kategorien der Empfänger**
* Die **Datenübermittlungen außerhalb des EWR** und zugehörigen Garantien
* Die angewandten **Sicherheitsmaßnahmen**

### 🤖 Und das Register der KI-Systeme

Mit dem Inkrafttreten der **KI-Verordnung** müssen Organisationen auch ihre **KI-Systeme** entsprechend ihrem Risikoniveau dokumentieren.\
Dastra integriert bereits jetzt ein **Register der KI-Systeme**, um:

* Jedes KI-System mit seinen Datenverarbeitungen zu verknüpfen,
* Zwecke, verwendete Modelle und Trainingsdaten zu beschreiben,
* Risiken und Maßnahmen zur Risikominderung zu bewerten,
* Die Compliance mit KI-Verordnung und DSGVO in einem gemeinsamen Bereich zu verfolgen.

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### 📘 Weiterführende Informationen

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💡 **Gute Praxis:**\
Aktualisieren Sie Ihr Verarbeitungsverzeichnis **bei jeder neuen Verarbeitung** und **jeder wesentlichen Änderung** (neuer Zweck, neuer Dienstleister, neue Datenübermittlung usw.).\
Dastra kann Sie automatisch benachrichtigen, wenn ein Verzeichnis eine Überprüfung erfordert.
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